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„Ein Niveau, das eine normale Schule gar nicht erreichen kann“

Naturwissenschaften haben Dr. Pay Dierks schon in seiner Jugend fasziniert. Da erscheint nur konsequent, dass er heute eine Schule leitet, die Teil des renommierten Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC ist. Was das bedeutet und was das Gymnasium Kronshagen sonst noch auszeichnet, erklärt der Schulleiter und Fachlehrer für Biologie und Chemie im Gespräch.

Herr Dierks, MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Was macht die entsprechenden Schulfächer so wichtig?

Pay Dierks: Einmal abgesehen davon, dass ich einige selbst unterrichte, sind sie ein Schlüssel für die Zukunft. MINT-Kompetenzen sind gerade heute vielfach gefragt – ob in der Wissenschaft oder der freien Wirtschaft. Sie können Interesse an einer Forschungskarriere befördern und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Denn MINT-Fächer vermitteln nicht nur theoretisches Wissen, sondern viele weitere Kompetenzen wie zum Beispiel Problemlösungsstrategien und kritisches Denkvermögen. Das gibt Schülerinnen und Schülern das nötige Rüstzeug an die Hand, um die Zukunft einer zunehmend digitalisierten und technisierten Welt aktiv mitzugestalten und aktuelle und künftige Probleme zu lösen. Und genau hier unterstützen wir sie mit unserem Schwerpunkt auf den MINT-Bereich. Unser Engagement spiegelt sich unter anderem darin wider, dass wir als eines von nur vier Gymnasien in Schleswig-Holstein Teil des Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC sind.

Was bedeutet das?

Dierks: MINT-EC-Schulen profitieren von vielfältigen Angeboten des Schulnetzwerks, die sich sowohl an Schülerinnen und Schüler als auch an Fachlehrkräfte und Schulleitungen richten. Fachlehrkräfte können an Seminaren und Workshops mit Wissenschaftlern teilnehmen, die aktuelle Forschungsinhalte vermitteln und neue Impulse für den Unterricht liefern. Auf Schulleitungsebene geht es eher um Grundsätzliches: Was macht guten MINT-Unterricht aus? Ganz aktuell hat uns etwa die Frage beschäftigt, wie sich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in den Unterricht integrieren lassen und welche Chancen und Probleme sich hier ergeben können.

Das sollte Impulse für den Unterricht bringen und ihn attraktiv und aktuell halten. Wie profitiert die Schülerschaft darüber hinaus?

Dierks: Auf Schülerseite gibt es mehrtägige Veranstaltungen zu konkreten Forschungsfragen in Kooperation mit Hochschulen, Forschungsinstituten und Unternehmen sowie vielfältige Wettbewerbe. Durch die Auswahl hoch motivierter Schülerinnen und Schüler und die Arbeit in kleinen Gruppen erreichen vor allem die Forschungsveranstaltungen ein Niveau, das eine normale Schule gar nicht erreichen kann. Letztlich geht es darum, sich frühzeitig im Bereich Naturwissenschaften zu vernetzen und aktiv zu engagieren. Dabei kann dieses Engagement auf Schülerseite noch einen speziellen Vorteil mit sich bringen: Für die Teilnahme an internen und externen Veranstaltungen gibt es Punkte nach einem vorgegebenen Schlüssel. Bei ausreichender Punktzahl erhalten Schülerinnen und Schüler mit ihrem Schulabschluss ein MINT-EC-Zertifikat. Und es gibt Hochschulen in Deutschland, die dann sogar den Notenschnitt senken. Auch Unternehmen dient das Zertifikat häufig als Nachweis für Interesse an MINT-Themen und eine entsprechende Begabung.

Das klingt nach klarer Ausrichtung. Sollten Schülerinnen und Schüler also unbedingt Begeisterung für Naturwissenschaften mitbringen?

Dierks: Nein, das müssen sie natürlich nicht. Wir sind ja bewusst sehr breit aufgestellt und haben als allgemeinbildende Schule noch weitere Schwerpunkte. Dazu zählen Darstellendes Spiel und Kunst, Sport und Bewegung sowie nicht zuletzt unser Austauschprogramm für Sprache und den europäischen Gedanken. Hier sind wir ganz frisch Erasmus+-zertifiziert. Das ermöglicht uns, themenbezogene Programme im europäischen Austausch anzubieten. Gestartet sind wir im Herbst 2024 mit einem Italien-Projekt zum Thema Wasser. Aktuell gibt es eine Kooperation in Dänemark. Konkret werden wir uns in Kopenhagen ansehen, wie man dort mit dem Thema Nachhaltigkeit umgeht, und da werden wir bestimmt einiges mitnehmen können.

Im Bereich Darstellendes Spiel und den ästhetischen Fächern nehmen Sie unter anderem am Kreativprogramm „Europäischer Wettbewerb“ teil, für den Schwerpunkt Sport und Bewegung bieten Sie ein Sportprofil und stellen zudem Sportlerinnen und Sportler für Wettkämpfe wie „Jugend trainiert für Olympia“ frei. Welche Besonderheiten hat das Gymkro neben diesen Schwerpunkten noch zu bieten?

Dierks: Da uns die gezielte Förderung von Begabungen sehr wichtig ist, haben wir ein Drehtürmodell etabliert – Schülerinnen und Schüler, die in einzelnen Fächern besonders weit und begabt sind, können in diesen Fächern am Unterricht in einer höheren Klassenstufe teilnehmen. Damit werden ihre Fähigkeiten optimal gefördert. Um eher weichere Faktoren geht es bei unserem alljährlichen, fünftägigen Camp Gymkro. Mit der jahrgangsübergreifenden Fahrt stärken wir die Gemeinschaft unserer Schülerschaft genauso wie mit dem Chor- und Musikangebot, dem Schulgarten und weiteren außerunterrichtlichen Aktivitäten. Einen besonderen Stellenwert genießt bei uns zudem die Berufsorientierung. 

TEXT Morgana Pfeifer Schridde und Erhard Mich
FOTO Mubarak Bacondo

So geht Berufsorientierung

Eine korrekte und aussagekräftige Bewerbung ist der erste Schritt auf dem Weg in die Ausbildung. In unserem Servicebereich steht außerdem, wie man die nachfolgenden Herausforderungen in Vorstellungsgespräch, Assessmentcenter und dem Start ins Arbeitsleben erfolgreich meistert.