„Beim Singen können sich die Schülerinnen und Schüler selbst erleben“
Timo Drahn ist seit 2022 Deutsch-, Philosophie- und Musiklehrer am Gymnasium Kronshagen. Gemeinsam mit seiner Kollegin Fiona Wick hat er den Sprung ins kalte Wasser gewagt und zum ersten Mal die Leitung des Unterstufen- und Mittelstufenchors übernommen.
Wie kam es dazu, dass Sie mit ihrer Kollegin die Leitung der Schulchöre übernommen haben?
Als der vorherige Chorleiter in Pension gegangen ist, gab es zunächst niemanden, der den Chor hätte übernehmen können. Denn die anderen Kollegen waren unter anderem mit dem Orchester schon gut ausgelastet. Dann kamen meine Kollegin Frau Wick und ich an die Schule und wurden spontan gefragt: „Können Sie das machen?“ So haben wir die Leitung übernommen.
Dabei sind wir ein bisschen ins kalte Wasser gesprungen. Zu dem Zeitpunkt habe ich auch noch nicht Musik unterrichtet. Das habe ich dann in einer Weiterbildung gelernt. Mein Vorteil war, dass ich seit frühester Kindheit Klavier spiele.
Wie haben Sie sich der Chorarbeit angenähert?
Meine Kollegin Fiona Wick ist selbst Sängerin in verschiedenen Ensembles – sie ist also ein echter Profi. Und ich habe mich schon immer beim Singen selbst auf dem Klavier begleitet und in verschiedenen Bands gesungen. Das war für mich also nichts Fremdes. Mit unseren unterschiedlichen Fähigkeiten sind wir ein sehr gutes Team. Chorleitung hatten wir allerdings beide vorher noch nicht gemacht. Deshalb haben wir uns Tipps von anderen Kolleginnen und Kollegen geholt, und ich habe die Weiterbildung gemacht. Dort habe ich wichtige Kompetenzen für die musikalische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen gelernt.
Wie sieht die Aufteilung aus?
Fiona Wick kümmert sich um den Gesang, und ich begleite sie und die Schülerinnen und Schüler am Klavier. Da ergänzen wir uns also sehr gut.
Welche Lieder singt ihr im Chor?
Von älteren Pop- und Jazz-Stücken bis zu modernen Songs ist alles dabei. Letztens haben wir zum Beispiel etwas von Dua Lipa geprobt – das holt die Kinder immer gut ab. Es gibt aber natürlich auch feste Anlässe wie das Weihnachtskonzert; da ist das Thema schon vorgegeben. Vor ein paar Jahren hatten wir mit dem Chor der 5. bis 7. Klassen zum Beispiel das Thema „Freundschaft“. Daran hat sich die Liederauswahl orientiert.
Gibt es zu den Liedern dann auch Choreografien?
Ja, teilweise gibt es kleine Choreografien. Meistens klatschen wir während der Lieder oder bauen andere unterstützende Geräusche ein. Aber wir haben auch schon einmal roboterartige Bewegungen eingeübt für einen Song.
Wie viele Schülerinnen und Schüler nehmen an den beiden Chören teil?
Im kleinen Chor, also dem Unterstufenchor, haben wir aktuell etwa 90 Schülerinnen und Schüler. Er ist also eigentlich der größere Chor. In der Mittelstufe sind etwa 40 Jugendliche dabei.
Was macht das Singen in der Gruppe für die Schülerinnen und Schüler so besonders?
Im Chor haben die Kinder und Jugendlichen neben dem klassischen Unterricht die Möglichkeit, sich selbst zu erleben. Durch die Konzerte können sie das Geübte auch vor ihren Angehörigen und anderen Gästen präsentieren. Das ist immer eine besondere Erfahrung. Unser Weihnachtskonzert ist generell ein Highlight, aber auch die Chorfahrt, auf der wir intensiv für das Konzert proben, ist jedes Mal etwas Besonderes.
TEXT Morgana Pfeifer Schridde und Erhard Mich
FOTO Mubarak Bacondo
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