Rahiq
Ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 8c. Wenn ich mich beschreiben müsste, würde ich sagen, ich bin nett, neugierig und hilfsbereit. Am meisten Freude bereiten mir in der Schule gerade die Naturwissenschaften, also NaWi, weil wir viele Experimente durchführen. Leider wird unser Gebäude bald abgerissen, also versuche ich, das jetzt noch richtig zu genießen, bevor wir zeitweise keine Experimente mehr machen können. Ich finde es spannend, wenn man Dinge ausprobieren kann. Neben NaWi mag ich auch Sport, besonders Turnen hat mich früher begeistert. In meiner Freizeit lese ich unglaublich viel. Ich liebe Fantasy, Romance und manchmal auch Thriller. Außerdem spiele ich viel mit meinen Geschwistern. Wir sind oft draußen, spielen Monopoly oder schauen Serien. Wenn wir am Strand sind, nehme ich sie oft mit aufs Stand-Up-Paddle. In ein paar Jahren will ich mein Abitur machen, auch wenn ich die Schule manchmal sehr anstrengend finde. Wenn alles klappt, würde ich danach gerne Medizin studieren. Meine Oma hat früher bei der WHO gearbeitet und hatte eine Praxis. Wenn ich keine Schule hatte, durfte ich manchmal mitkommen, das hat mich inspiriert. Ich finde es schön, Menschen helfen zu können, wenn man weiß wie. Falls es mit dem Medizinstudium nicht klappt, interessiert mich ein Politikstudium. Ich habe das Gefühl, da wird gerade dringend Hilfe benötigt. In jedem Fall ist es mir wichtig, in einem Beruf zu arbeiten, in dem das Umfeld stimmt. Mit anstrengenden Menschen kann ich nicht gut umgehen. Ein kleines Team wäre ideal, und ich mag die Mischung aus Computerarbeit auf der einen Seite und Bewegung auf der anderen. Ein großer Traum von mir ist es, meinen Eltern irgendwann ein Haus zu bauen. Sie hatten in Syrien schon mit dem Bau angefangen, aber durch den Krieg konnten sie es nicht vollenden und bewohnen. Das möchte ich ihnen irgendwann zurückgeben. Und für mich persönlich wünsche ich mir, viel zu reisen, vor allem in asiatische Länder. Ich finde, über Asien lernen wir in der Schule zu wenig und das möchte ich durch eigene Erfahrungen vor Ort nachholen.
Macht mich die Medizin wirklich glücklich oder nicht?
Liebe Rahiq,
Du beschreibst Dich als freundlich, neugierig und hilfsbereit – großartige Eigenschaften für Deinen Wunsch, andere zu unterstützen. Dein Interesse an Naturwissenschaften und die Inspiration durch deine Oma zeigen deutlich, warum Dich ein Medizinstudium so anspricht. Es ist bemerkenswert, dass Du gleichzeitig auch einen Plan B mit einem Politikstudium in Betracht ziehst. Ob dich die Medizin wirklich glücklich macht, hängt von vielen Faktoren ab, aber Du möchtest Menschen helfen und findest es schön, wenn man weiß, wie das geht. Genau das ist der Kern der Medizin. Das Studium ist zwar anspruchsvoll, bietet Dir aber die Möglichkeit, tief in die Naturwissenschaften einzutauchen. Später im Beruf hättest Du direkten Patientenkontakt oder könntest in der Forschung arbeiten, wo eine Mischung aus Computerarbeit und Bewegung möglich ist. Dein Wunsch nach einem guten Umfeld und einem kleinen Team ist in vielen medizinischen Bereichen realisierbar.
Unser Tipp: Um herauszufinden, ob die Medizin wirklich dein Weg ist, versuche, so viele praktische Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Ein Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Krankenhaus oder eine Hospitation in einer Arztpraxis könnten Dir einen wertvollen Einblick in den Arbeitsalltag geben. Sprich auch mit Ärzten und Medizinstudierenden über ihre Erfahrungen. Dein großes Ziel, deinen Eltern ein Haus zu bauen, und Dein Wunsch, Asien zu bereisen, zeigen, wie zielstrebig und weltoffen Du bist. Diese Eigenschaften sind auch für ein Medizinstudium und den späteren Beruf sehr wertvoll.
TEXT Morgana Pfeifer Schridde / Sascha Bock
FOTO Mubarak Bacondo
So geht Berufsorientierung
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