Lotte
Im Mai finden die schriftlichen Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss statt. Ab Februar will ich mich bei den Regionalen Bildungszentren über anschließende Möglichkeiten wie das Abitur informieren. Ehrlich gesagt möchte ich aber gar nicht unbedingt das Abitur absolvieren, sondern kann mir auch sehr gut ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem kulturellen Betrieb oder eine Ausbildung vorstellen. Über meine berufliche Zukunft denke ich in letzter Zeit sehr viel nach, ich habe jedoch noch nicht diesen einen Beruf für mich entdeckt, der mich hundertprozentig begeistert. Die vergangenen Schulpraktika konnten mir zwar einen interessanten Einblick in einen Kindergarten, die Schauspielerei und eine soziale Stiftung geben, jedoch benötige ich weitere praktische Einblicke über einen längeren Zeitraum. Daher habe ich mich für ein Auslandspraktikum in Valencia beworben, für das ich hoffentlich die nächsten Tage die Zusage erhalte. Dann würde ich für drei Wochen bei einer Gastfamilie leben und in einem Café arbeiten. Dieser kulturelle Einblick und die Möglichkeit, mich selbst besser kennenzulernen und Selbständigkeit zu erleben, stelle ich mir sehr bereichernd vor. Für meine berufliche Zukunft wünsche ich mir Vielfältigkeit und Freude am Beruf.
Das ist zwar keine spezielle fiktive Welt, aber ich träume von einem Leben im Van mit einer Katze. Gemeinsam würden wir die Welt bereisen und frei sein.
Frage an die Zukunft: Wieviel freie Zeit kann ich mir nach dem Schulabschluss für meine berufliche Orientierung nehmen?
Liebe Lotte,
es ist großartig, dass du deine berufliche Orientierung ernst nimmst und verschiedene Möglichkeiten in Betracht ziehst. Da dein Mittlerer Schulabschluss kurz bevorsteht, macht es Sinn, dich jetzt schon mit deiner beruflichen Zukunft zu beschäftigen, damit du keine wichtigen Bewerbungsfristen verpasst. Dafür kannst du dir auf jeden Fall ein paar Monate Zeit nehmen, da die Berufswahl ein großer Schritt sein wird. Versuche durch Praktika, Jobs, Workshops oder auch ein Freiwilliges Soziales Jahr in verschiedene Bereiche und Unternehmen hinein zu schnuppern und festzustellen, wo deine Interessen und Fähigkeiten liegen. Informationsabende an weiterführenden Schulen geben dir Aufschluss über deine schulischen Weiterbildungsmöglichkeiten. Viele kulturelle Einrichtungen wie Museen, Theater, Kulturzentren oder auch Bibliotheken, Konzertveranstalter, Festivals oder Medienagenturen bieten ein FSJ, oder alternativ ein Bundesfreiwilligendienst, an. Halte nach Stellenanzeigen Ausschau, informiere dich auf Webseiten wie www.freiwilligendienste-kultur-bildung.de oder schreibe Initiativbewerbungen bei deinen gewünschten Einrichtungen. Hast du erst einmal Erfahrungen gesammelt, wirst du schnell merken, welche Berufe für dich in Frage kommen. Wir wünschen dir viel Erfolg!
Fazit: Fange rechtzeitig an, dich über deine schulischen und ersten beruflichen Möglichkeiten zu informieren. Viele Angebote finden über mehrere Monate bis wenige Jahre statt und geben dir die Chance, dich und deine Interessen besser kennenzulernen. Diese Zeit solltest du dir auf jeden Fall für eine erfolgreiche Berufswahl nehmen.
TEXT Jessie Sperling
FOTO Michael Ruff
So geht Berufsorientierung
Eine korrekte und aussagekräftige Bewerbung ist der erste Schritt auf dem Weg in die Ausbildung. In unserem Servicebereich steht außerdem, wie man die nachfolgenden Herausforderungen in Vorstellungsgespräch, Assessmentcenter und dem Start ins Arbeitsleben erfolgreich meistert.