Vorherige Seite

title-image

Lernen durch Engagement im Seniorenheim: Begegnungen zwischen den Generationen

Achtklässler der Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule engagieren sich freiwillig bei regelmäßigen Treffen mit Senioren: ein Projekt mit gegenseitigem Mehrwert

Regelmäßig besuchten Schüler im vergangenen Schuljahr ein nahe gelegenes Seniorenheim. Dort trafen sie sich in kleinen Gruppen mit Bewohnerinnen und Bewohnern des betreuten Wohnens, machten Spaziergänge, führten Gespräche oder unternahmen kleinere gemeinsame Aktivitäten. Das Projekt wurde durch ihre Klassenlehrerin Frau Inka Talakerer initiiert und als freiwilliges Angebot in der Klasse vorgestellt.

„Es wurde von Anfang an gut angenommen“, erzählt Willi, einer der beteiligten Schüler. „Fast alle aus der Klasse haben mitgemacht.“ Die Treffen fanden dienstags während einer Unterrichtsstunde statt. In mehreren Gruppen engagierten sich die Jugendlichen im Wechsel.

Alltagsnahe Begegnungen statt Theorie

Die Aktivitäten mit den Senioren hielten die Schülerinnen und Schüler bewusst niedrigschwellig: gemeinsame Spaziergänge, gelegentlich Müllsammelaktionen im nahegelegenen Park oder einfach Zeit für Gespräche und Anekdoten aus der Vergangenheit. Dabei entstand ein Austausch, der über Generationen hinweg funktionierte. „Wir haben viel von ihren Lebensgeschichten erfahren“, berichtet Jesper. „Viele haben vom Krieg erzählt, von Zeiten, in denen es kaum etwas zu essen gab.“ Diese Erzählungen haben dazu beigetragen, den eigenen Alltag anders zu bewerten. „Man fängt an, Dinge mehr wertzuschätzen, zum Beispiel, wie selbstverständlich es für uns ist, zur Schule zu gehen oder genügend zu essen zu haben.“

Gegenseitiges Interesse zwischen Schülern und Senioren

Doch der Austausch erfolgt nicht nur in diese Richtung: Auch die älteren Menschen zeigten großes Interesse an der Lebenswelt der Jugendlichen. Themen wie Schule, moderne Technik oder soziale Medien standen regelmäßig im Mittelpunkt der Gespräche. Einige Schüler berichten, dass die Senioren dabei offen Fragen stellten und den Austausch aktiv mitgestalteten. „Ich hatte nicht erwartet, dass sie so neugierig auf uns sind“, sagt Willi.

In einigen Fällen sei auch über politische Themen gesprochen worden, etwa über die Bundestagswahl oder aktuelle Konflikte. Dabei beeindruckte die Jugendlichen besonders, dass viele der Senioren weiterhin politisch interessiert und informiert gewesen seien.

Positive Rückmeldungen und Herausforderungen

Das Projekt verlief zunächst kontinuierlich. In den letzten Wochen von „Lernen durch Engagement” mussten einige Termine jedoch entfallen, teils aus organisatorischen Gründen auf Seiten des Seniorenheims, teils wegen anderer Aktivitäten der Bewohner. Dennoch besteht bei vielen Jugendlichen der Wunsch, das Projekt weiterzuführen.

„Ich würde gerne weitermachen“, sagt Jesper. Auch wenn sich daraus keine konkreten Berufswünsche ergeben hätten, sei das Interesse an sozialen Themen gewachsen. Besonders positiv empfanden die Schüler die Abwechslung zum regulären Unterricht. „Man lernt auf eine andere Art. Es ist persönlicher und lebensnäher“, so Willi.

Das Projekt ist ein Beispiel für das pädagogische Konzept „Lernen durch Engagement“, bei dem schulisches Lernen mit gemeinnützigem Engagement verknüpft wird. Es zeigt, wie bereits mit kurzen, alltäglichen Begegnungen ein tieferer Einblick in andere Lebensrealitäten ermöglicht werden kann. Und: wie gegenseitiger Respekt und Verständnis wachsen können.

TEXT Morgana Pfeifer Schridde
FOTO Mubarak Bacondo

So geht Berufsorientierung

Eine korrekte und aussagekräftige Bewerbung ist der erste Schritt auf dem Weg in die Ausbildung. In unserem Servicebereich steht außerdem, wie man die nachfolgenden Herausforderungen in Vorstellungsgespräch, Assessmentcenter und dem Start ins Arbeitsleben erfolgreich meistert.